Ein Brot zu brechen bedeutet weit mehr als Essen miteinander zu teilen. Das brechen von Brot steht für das einreißen unnützer Grenzen. Ich rede hier nicht von geographischen Grenzen auf der Landkarte. Ich rede von geistigen Grenzen, von emotionalen und vorurteilsbehafteten Mauern, die einen Grenzwall wie einen dicken Keil zwischen Menschen sämtlicher Herkunftsländer, Glaubensrichtungen und Hautfarben treibt. 

Ein respektloser und intoleranter Umgang miteinander ist bereits zur Normalität geworden und das demokratische äußern der „eigenen freien Meinung“ dient lediglich noch als Werkzeug, Menschen in aller Öffentlichkeit zu demontieren und so schlecht zu machen wie es nur irgendwie geht, nur um seine eigenen Unzulänglichkeiten versteckt zu halten. 

Alles….einfach alles wird politisch instrumentalisiert und …. ich möchte nicht nur von „unserer“ Gesellschaft reden….. die Menschheit zerstört sich weiter …. Tag für Tag. Täglich bewegen wir uns sehenden Auges in die Messerklinge, die wir uns selber schleifen, bis wir es endlich geschafft haben uns selber zu Richten!

Jetz wird der ein oder andere denken oder sagen das ich vielleicht n Ding an der Waffel hab und nicht ganz knusper bin. Denen soll gesagt sein…. „das verleugnen dieser übermächtigen Probleme verschlimmert die Situation immer und immer weiter!“

Zugegeben… Ich instrumentalisiere hier auch auf eine gewisse Art und Weise. Ich nutze mein Handwerk bzw das Brot als „heiligen Gral der Erlösung“ um darauf aufmerksam zu machen, das sich der Mensch seit dem es ihn gibt, noch nie so ekelhaft und asozial aufgeführt hat, wie er sich im 21‘ten Jahrhundert aufführt. Ein treffenderes Wort als asozial fällt mir auch ehrlich gesagt nicht ein!

Mein Wunsch wäre es wieder an einen Tisch zu kommen. Nicht um irgendwelche dummen Verträge zu unterzeichnen an die sich eh keiner hält.

Ich würde mir wünschen das Essen wieder als sozialen Kern in die Mitte unserer Gesellschaft zu rücken. Das „miteinander Speisen“ löst so unendlich viele Probleme in Luft auf. Zusammen an einen Tisch kommen, ganz gleich wo wer her kommt oder hin geht. Miteinander Essen, Reden, Austauschen … ein respektvoller Dialog miteinander und nicht alle gegen alle.

Ich gehe jede Wette ein, das der gemeinsame Genuss sämtlicher toller Dinge aus aller Welt, eine reinigende Wirkung haben würde. Das Brot als Sinnbild für das Zusammenkommen!!!

Ich weiß, dieser Wunsch wird überdeckt von Habgier, Neid und Missgunst. Vielleicht besinnt sich der Ein oder die Andere jedoch auch die Kraft einer reich gedeckten Tafel und führt Menschen zusammen und treibt sie nicht auseinander!

Mir ist bewusst das wir uns jetzt nicht alle an einen Tisch setzen können…. das dient auch nur als kleine Brücke hin zum Gedanken der Zusammenkunft und des Respektes.

Ich rede davon die so wesentlichen Dinge wie eben Essen, Trinken, Genießen und wohl fühlen, miteinander zu erleben und andere daran teil haben zu lassen. 

Um einem solchen Anlass auch ein passendes Brot der Extraklasse beisteuern zu können, möchte ich dir mein „Epi de ble“ vorstellen.Ein reines Weizenbrot das so traditionell wie nur irgend möglich hergestellt wird.Kein Schnickschnack, kein Blingbling…. einfach geiles Brot das sämtliche Mundwinkel nach unten klappen lässt. 

Auf deine Einkaufliste gehört:

T65- alternativ Weizen550, W700, Halbweißmehl, feines Ruchmehl, T55, Tipo 0 Orange

T80- alternativ Weizen812, W1100, Halbweißmehl, Ruchmehl, Dinkel812

Salz

Hefe

Epi de ble

Weizensauerteig: 12-14 Stunden im Raum Reifen lassen – Teig°C 24-26°C

  50g T65

  50g T80

  90g Wasser

  10g Anstellgut

Gesamt 190g Sauerteig

Autolyse: 30-60 min im Raum oder über Nacht im Kühlschrank – Teig°C 22°C

750g T65

525g Wasser

Gesamt 1275g Autolyse

Hauptteig: Teig°C 22°C – Mischzeit 18 min im langsamen Gang – Teig ca 20 min im Raum stehen lassen und 1-2 mal Dehnen und Falten – Teig über Nacht in den Kühlschrank – Teig direkt aus dem Kühlschrank SEHR schonend zum Stangenbrot formen – den Teigling 30-60 min im Raum abgedeckt ruhen lassen – Teigling einschneiden und bei 260°C fallend auf 240°C in den Ofen geben und bei einer Teigeinlage von etwa 450g für ca 35-40 min backen

1275g Autolyseteig

  190g Sauerteig

    18g Salz

      2g Hefe

Gesamtteig 1485g

Mit vollem Mund kann man nicht Reden. Das ist auch womöglich besser so!! Tom the Baker