Wie kann der Typ in Zeiten wie diesen ein Brotrezept posten, das vollgestopft mit bösem ungesunden Weizen daher kommt??!! Das wird sich vielleicht der ein oder andere denken!? Genau diesen Leuten sei gesagt, es geht nicht um das „womit man bäckt“, es geht um das „Wie“!

Weizen musste in den vergangenen Jahren zu unrecht eine Menge Prügel kassieren. Weizen macht krank, fett, begünstigt Diabetes, Weizen ist verantwortlich für sämtliche Allergien…. und und und. Die Latte unsinniger Vorwürfe ist schier endlos.

Meine ganz persönliche Meinung lautet wie folgt…

„Heutzutage gibt es wenige Menschen die in der Lage sind, eine ureigene Meinung zu bilden. Eine Meinung hinter der sie stehen, ganz gleich ob es Gegenstimmen gibt oder nicht. Machen wir uns nichts vor. Wenn jemand eine Meinung sucht, blättert er in der Zeitung oder schaut fern. Zack ist die Meinung gebildet. Leider meist ohne sich Gedanken gemacht zu haben. Früher sagte man oft zu Kindern die Blödsinn machten „Wenn dein Kumpel von der Brücke in den Kanal springt, springst du dann hinterher?“ … Heute springen leider zu viele hinterher! Nun ja, sei es drum!

Ich sehe es als Aufgabe dem Weizen wieder sein gutes Image zurück zu geben. Das Image des Hauptgetreides Nr 1! Somit möchte ich auch direkt in diese fantastische Rezeptur starten. Es handelt sich um ein Brot, welches aus drei Sorten Weizen besteht und durch die sehr lange Teigführung nicht nur sehr bekömmlich ist, sondern auch gesund und mega lecker!

Viel Spaß mit dem Rezept!

Die Weizenähre!

Weizen-Pouliche: TA200 – Ruhezeit 10-12 Stunden im Raum

200g T80 (alternativ Weizen 1050, W700 oder Dinkel 630/1050)

200g Wasser

2g Hefe

Gesamtteig 400g

Quellstück: über Nacht im Raum quellen lassen

150g Sesam geröstet (alternativ Leinsaat, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne)

75g Wasser (über die heißen Saaten schütten)

Gesamtstück 225g

Hauptteig: Teig°C 22°C – Laufzeit 12 min langsam und 1-max 2 min schnell – 1 Stunde Stückgare – 2x Aufziehen – 10 – !!48!! Stunden kalte Stückgare – Backen auf dem Stein oder Blech bei 250°C fallend auf 230°C für etwa 40-45 min – den Teig aus der Wanne auf den heißen Stein stürzen und einschwaden

400g T65 (alternativ Weizen 550, Halbweißmehl, Tipo 0, Dinkel 630)

200g Weizen-Vollkornmehl (alternativ Dinkel-Vollkornmehl, Emmer-Vollkornmehl)

200g T80 (alternativ Weizen 1050, W700 oder Dinkel 630/1050)

450g Wasser

1250g Autolyse (30-45 min Stehzeit)

1250g Autolyseteig

400g Pouliche

225g Quellstück

2g Hefe

21g Salz

Gesamtteig 1898g

Wie immer wünsche ich dir ganz viel Freude beim Backen und genieße dein Kunstwerk mit allen Sinnen!!

Wer anderen Meinungen hinterher läuft, wird irgendwann als Marionette enden! Tom the Baker